Die Zehn Gebote für den Schmeier Chorsänger ...


1. Gebot

Die Chorproben sind nur für Minderbegabte: Du beherrscht das Stück auch so. Willst Du trotzdem an der einen oder anderen Probe teilnehmen, dann komme wenigstens zu spät - das hebt Dich heraus aus dem gewöhnlichen Chorvolk und schenkt Dir eine gewisse Aufmerksamkeit!

 

2. Gebot

Die Notenhefte sollen als Arbeitsmaterial erkennbar sein; klappe den Deckel häufig nach hinten, knicke oder rolle die Blätter und lass´das Ganze ab und zu fallen. Im Übrigen gehen Dich die Notenhefte nichts an; sie sind Sache des Notenwarts Armin! Letzteres gilt vor allem für Eintragungen.

 

3. Gebot

Du brauchst nicht über Notenkenntnisse zu verfügen; Du hast Anspruch darauf, dass Dir Deine Stimme mit Klavierbegleitung von Richard beigebracht und so oft wiederholt wird, bis Du Sie kannst! Den anderen geht es ganz genauso - nur traut sich nicht jeder, sein Recht einzufordern!

 

4. Gebot

Die Anweisungen und Erläuterungen des Chorleiters Werner gelten nur für die anderen. Du weißt längst alles besser und langweilst Dich sowieso. Es macht sich gut, wenn Du dies mit geeigneten Gebärden (z.B. Kopfschütteln, Augen verdrehen oder ganz schließen) oder halblauten Bemerkungen zum Ausdruck bringst!

 

5. Gebot

Versäume keine Gelegenheit, mit dem Nachbarn zu plaudern; das belebt die Chorprobe. Merke als Grundregel: je angestrengter eine andere Stimme übt, desto lauter sei Deine Unterhaltung; rede sofort los, wenn Du nicht mehr singst. Dadurch allein entsteht keinerlei peinliche Pause!

 

6. Gebot

Da Deine Stimme die beste ist, solltest Du stets aus dem Chor herauszuhören sein; Angaben wie piano bzw. pianissimo gelten also nur für die anderen! Schließlich können sich die "unsicheren Kandidaten" bei dieser Gelegenheit an Dich anlehnen - Du führst die anderen Stimmen!

 

7. Gebot

Öffne beim Singen den Mund nicht zu weit; das ist nicht vornehm. Bewege ihn nach Möglichkeit überhaupt nicht. Auch solltest Du am Tag vor der Chorprobe oder Auftritt ein Gericht mit viel Knoblauch zu Dir nehmen - das schafft Distanz.

Allerdings: wer den Mund gar nicht öffnet neigt zu Blähungen!

 

8. Gebot

Mache beim Singen immer ein grimmiges Gesicht! Nichts ist widerlicher, als wenn die Zuhörer die Freude am Gesang sehen können! Wenn Du außerdem nach einigen Takten vor Anstrengung blaurot anläufst, sieht das Publikum, wie schwer das Werk ist und applaudiert doppelt.

 

9. Gebot

Atme stets gemeinsam mit Deinen Mitsängern - möglichst am Taktstrich. So entstehen einheitliche, eindrucksvolle Zäsuren, die das Publikum ganz sicher zu schätzen weiß! Kritisiert Dein Chorleiter Werner diese Taktik, dann rege Dich laut auf und drohe mit dem Verlassen der Probe!

 

10. und letztes Gebot

Blicke immer konzentriert in die Noten! Lass´Dich weder vom Chorleiter Werner noch vom Dirigenten Richard davon ablenken. Solltest Du zu früh einsetzen oder zu spät aufhören liegt das an den unklaren Zeichen des Dirigenten Richard - das kennt man ja.